Pressetexte

   

In der Raiffeisen Bank „versickern“ Kundengelder

In den letzten Monaten sind kritische Stimmen zum rasanten Wachstum des Hypothekargeschäfts der Raiffeisenbank wach geworden. Man fragt sich zu Recht, welche Konditionen die RB im Vergleich zu anderen Banken den Kunden anbietet. Gemäss eigenen Angaben hält sich die RB zwar an die konservativen Richtlinien, spricht man allerdings mit den Kunden, treten ganz andere Tatsachen zutage. ...

In der Filiale in Winterthur hat man sich beispielsweise einer recht effizienten Strategie bedient. Man ging eine sehr fruchtbare Symbiose mit dem Generalunternehmer Baum Haus aus Illnau Effretikon ein, das gleichzeitig Firmenkunde bei der RB Winterthur war und auch zufällig war der Firmenkundenberater (Daniel Messmer) ein guter Kollege des GU-Geschäftsführers Norbert Moos. So kam es, dass die beiden immer einen Stapel Visitenkarten des jeweils anderen bei sich hatten. Der GU empfahl seinen Kunden die Hypothek der Raiffeisen Bank und der Bankberater empfahl bauwilligen Interessenten, die ihr Projekt bei ihm zur Finanzierung prüfen lassen wollten, sie sollten sich ihr Haus doch auch noch von seinem Kollegen offerieren lassen, der sei günstig und hätte exzellente Referenzen.

Bei all der Freundschaft schien dem Mitarbeiter der Raiffeisen Bank entgangen zu sein, dass die Baufirma schon lange in Zahlungsschwierigkeiten steckte. Wie kann das sein, wo er doch selber ihre Konti verwaltete? Im September 2010 musste die Baumhaus AG schliesslich Insolvenz anmelden, der gute Bankenberater hatte aber noch kurz vorher einer Bauherrschaft eine Referenz über diese Firma ausgestellt und diese lautete "hervorragend".

Es drängt sich dir Frage auf: Hat der Mensch schon lange vorher mutmasslich falsche Referenzauskünfte gegeben? Oder falls, wie die RB selber behauptet, sie bis zum Tag der Insolvenzerklärung keine Ahnung gehabt hatte von seinen finanziellen Schwierigkeiten: Was macht diese Bank?
"Wir wissen nicht, wo das Geld hingekommen ist." 
sagt Markus Jäger, Leiter Kreditberatung bei der Raiffeisen Bank Winterthur und nun Ansprechpartner für die Bauleute, die mit einem halbfertigen Haus dastehen und deren Geld nun anscheinend verschwunden sein soll.

Nach einer ersten Bestandsaufnahme herrscht Chaos auf den GU-Konti, die RB hat laut eigenen Aussagen keinen Überblick und auch keine Ahnung, ob das Geld noch da ist oder nicht. Inzwischen hat sich auch heraus gestellt, dass die Bank gar keine GU-Konti geführt hatte, wie es bankenüblich eigentlich sein sollte. Anstatt ordentlicher Kontoauszüge verteilte die Raiffeisen Bank Ausdrucke von Excel-Tabellen, und auch das nur auf mehrmaliges eindringliches Bitten der Bauleute. Zahlungen sind kreuz- und quer getätigt worden, von Zahlungen gemäss Baufortschritt kann keine Rede sein, aber Herr Jäger sagt dazu "das ist alles ganz normal und ordnungsgemäss". Andere Raiffeisen Filialen finden dies allerdings ganz und gar nicht normal, es entspräche weder den internen Richtlinien noch den Vorgaben der Finma. Aber die scheint man in Winterthur nicht zu kennen, schliesslich ist es gemäss Regulatoren der Finma nicht zulässig ist, dass ein Bankberater sowohl die Baufirma als auch deren Kunden betreut.

Auch weitere Unternehmen haben inzwischen den Eindruck erhalten, dass in der RB Winterthur Chaos herrscht. Ein Firmenkundenberater der RB rief bei einem anderen Bauunternehmen in Winterthur an und bat den Geschäftsführer, ihm doch bitte die gesamte Buchhaltung zu schicken, sie hätten intern diese Daten nicht (Zahlungsein und -ausgänge.). Beunruhigend wenn man bedenkt, dass dies eigentlich die Kernkompetenz einer Bank sein sollte.

In den vergangenen Monaten haben sich einige betroffene Bauleute zu einer Interessensgemeinschaft zusammen geschlossen, um dem Fall nachzugehen. Darunter befinden sich Bauleute mit einem Schaden von bis zu einer halben Million CHF, bei einem Einfamilienhaus, das gerade mal das Doppelte wert ist. 420'000.- Franken davon müssten eigentlich noch da sein - gemäss Exceltabelle von der RB - aber wo sie sind, haben die Mitarbeiter der Bank keine Ahnung.

Wie ein Sprecher der IG sagt, hat man mehrfach versucht, mit der Bank eine konstruktive Klärung anzustreben, doch die Raiffeisen Bank lehnt jegliche Verantwortung kategorisch ab. Bis zur Geschäftsleitung in St. Gallen, ja sogar zum Verwaltungsrat sei man gegangen, doch da sei kein Wille für Kooperation. Währenddessen freut sich der Filialleiter der Raiffeisenbank Winterthur, René Bentele, auf den Sommer. Denn er hat in seinem Garten einen tollen Swimmingpool - finanziert vom GU Konto eines der geprellten Bauherren. Soviel war aus der Exceltabelle ersichtlich.

 

Raiffeisen Bank zahlt bankrottem Unternehmer einen Luxuslohn

Weitere erschreckende Details zum Fall BHA, Norbert Moos kommen inzwischen zutage. Die Raiffeisen Bank scheint tiefer mit drin zu stecken als zuerst angenommen. Alarmierend ist die Aussage des bankrotten Generalunternehmers, dass die Raiffeisen Bank ihm weiterhin seinen Lohn zahlt. Einen Lohn, mit dem er sich jetzt eine Luxuswohnung in Winterthur für CHF 3'400.- Miete pro Monat leisten kann. Die Bank bestätigt diese Angaben mit der Begründung, man versuche den Konkurs des GUs hinaus zu zögern, damit die betroffenen Bauherrschaften noch Lösungen mit dem GU finden können. Seitens der Bauherren gibt es jedoch keine einzige Partei, die einen Vorteil aus dem verzögerten Konkurs gezogen hätte.

Die Raiffeisen Bank hingegen scheint allen Grund zu haben, diesen Konkurs zu fürchten bzw. zu verhindern, dass das Konkursverfahren eröffnet wird. Seit September 2010 ist die Insolvenz von Baum Haus Architektur bekannt, die Konti des GU wurden laut RB eingefroren, Zahlungen waren ausgeschlossen. Bis im Januar 2011, als plötzlich ein paar der Bauherrschaften einen Anruf von der Bank erhielten und nach ihren Kontodaten gefragt wurden. Man habe noch ein bisschen Geld gefunden und wolle ihnen das zurück erstatten. Es handelte sich dabei um Beträge zwischen 500.- und 2000.- Franken. Kurz danach durfte der GU endlich Konkurs anmelden. Und Überraschung: Das Konkursamt eröffnet das Verfahren nicht, da kein bisschen Geld und auch keine Sachwerte mehr vorhanden waren, um zumindest die Arbeit des Konkursverwalters zu bezahlen. Norbert Moos hatte inzwischen eine neue GmbH gegründet, die verbleibenden Sachwerte in die neue Firma transferiert, die Raiffeisen Bank liess die letzten Gelder noch auszahlen und hatte damit letztendlich wieder erreicht, was sie wollte: Nämlich dass ihre Akten unter Verschluss bleiben und kein Konkursverwalter unangenehme Fragen stellt. Die neue Firma von N. Moos heisst übrigens Oxon Bauleitungen GmbH. Wer wohl ihre Konti verwaltet?